Ergebnisse der Umfrage zur Handynutzung am Helmholtz-Gymnasium

Am Helmholtz-Gymnasium wurde am 01.01.2014 die Nutzung von Handys und Smartphones in den großen Pausen und der Mittagspause unter Auflagen erlaubt. In der Unterrichtszeit bleibt die Nutzung nach wie vor verboten.

Auf den Elternabenden der Unterstufe im Februar stieß das Thema "Umgang mit dem Smartphone" auf großes Interesse. Dabei wurde häufig auch darüber diskutiert, die Handynutzung auf dem Schulgelände wieder ganz zu verbieten. Um ein möglich umfassendes Bild zu bekommen, hat die Arbeitsgruppe Medienkompetenz im Elternbeirat eine Umfrage bei allen Eltern gestartet.

Wir baten alle Eltern, sich an der Umfrage zu beteiligen, die von den Elternvertretern der Klassen versendet wurde. Jeder Elternteil konnte an der Umfrage einmal teilnehmen.

Die Frage war folgende: Soll die Handynutzung in den großen Pausen und der Mittagspause auf dem Schulgelände untersagt werden?

Eine Auswertung der Rückläufe ergab folgendes Ergebnis:

Für ein Verbot der Handynutzung sprachen sich 64,7% der Umfrageteilnehmer aus, dagegen 35,3%.
Klar geworden ist also, dass vor allem in den unteren Klassenstufen ein Handyverbot befürwortet wird. In den höheren Klassen kamen deutlich weniger Mails zurück.

Die exakten Zahlen der Rückläufe und Antworten entnehmen Sie bitte folgendem Link.

Ergebnis Handyumfrage

Diskussionsbeiträge zur Händynutzung

Die Erlaubnis, Handys in großen Pausen nutzen zu dürfen, ist sinnvoll

Es ist sinnvoll, die Handynutzung in großen Pausen zu verbieten

Die Verbreitung von Smartphones in Gymnasien hat sich in den letzten drei Jahren fast verdreifacht, in der Altersstufe 12-14 sogar mehr als vervierfacht auf 57% (JIM Studie 2013). Neue Medien gestalten und verändern unser Leben. Bei Kindern und Jugendlichen werden sie immer mehr fester Bestandteil der Lebensrealität. In der Zukunft werden sie eine noch größere Rolle spielen. Dies gilt auch für Smartphones. Sie erschaffen neue Wege für wichtige Funktionen, mit denen im positiven Sinne jetzt schon der Alltag gestalten wird:

Sich in Beziehung setzen mit Gleichaltrigen.
Sich selbst bestimmte Freiräume suchen.
Sich als kompetent erleben.
Sich beteiligen, positionieren und verorten.

Auf der anderen Seite gibt es viele Möglichkeiten, neue Medien zu missbrauchen, sich oder andere zu schädigen. Es existieren reale Gefahren und Risiken. Schon Kinder und Jugendliche müssen zwangsläufig früh lernen mit den neuen Medien bewusst umzugehen, ihre Funktionen und Inhalte zu bewerten. Um diese Kompetenzen zu erwerben braucht es aktive und kompetente Begleitung, aber auch Erfahrungsräume und aktive Auseinandersetzung. Werden neue Medien ausgesperrt, wird diese Auseinandersetzung unterbunden. Die Pausen sind Räume der Kommunikation und damit auch Räume des Lernens. Zudem stehen sie unter Beobachtung und Begleitung. Aus Konflikten werden Erfahrungen und Regeln. Werte, die auf neue Medien übertragen und gelebt werden können, Inhalte, die in den Unterricht einfließen werden. Wird die Nutzung in den Pausen verboten, verlagert sie sich in Räume, in der wesentlich weniger soziales Lernen stattfindet und kaum Interventionsmöglichkeiten existieren. Das Erlernen eines verantwortungsvollen Umgangs mit neuen Medien lässt sich nicht allein mit Verboten erreichen.
    
Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones in Gymnasien treten auch deutlich negative Aspekte zutage. Kinder und Jugendliche verbringen sehr viel Zeit mit dem Handy, wobei der reinen Telefonfunktion (angerufen werden/anrufen) eine rückläufige Bedeutung beikommt, die Nutzung von Communities - 53 % der 12- und 13-Jährigen nutzen bereits „Facebook" (JIM Studie 2013) - sowie von Handyspielen jedoch ansteigt. Dies gibt Anlass zu der Überlegung, ob nicht wenigstens das Schulgelände in den großen Pausen ein Raum sein sollte, in dem andere Prioritäten gesetzt und herkömmliche Formen des Miteinanders gepflegt werden sollten.

Durch ein Verbot der Handynutzung in großen Pausen könnte die Schule ein Zeichen setzen, dass sie die Problematik grundsätzlich erkannt hat. Auch an anderen Orten wie z.B. dem Arbeitsplatz ist eine uneingeschränkte Handynutzung schließlich nicht erwünscht.

Konkret wären folgende positiven Auswirkungen denkbar:

  • Es ist kein unmittelbares Verschicken negativer Inhalte möglich. Zumindest in diesem Zeitraum können ungewollte Fotos oder Videos, die zum Mobbing anderer Personen beitragen können, nicht verbreitet werden.
  • Der Erholungswert der Pausen bleibt erhalten, wenn das Gehirn nicht auch hier ständig mit Handyspielen, dem Schreiben von Messages oder dem Surfen im Internet beschäftigt ist. Konzentration und Aufnahmefähigkeit im Unterricht steigen.
  • Direkte soziale Kontakte nehmen wieder einen größeren Raum ein - wer ständig mit seinem Handy beschäftigt ist, kann mit anderen nicht ins Gespräch kommen.
  • Die Bedeutung des Handys als Statussymbol sinkt. In der Pause wird nicht mehr mit dem jeweils neuesten Modell angegeben, das Ausgrenzen anderer wird verhindert.

Solch ein Verbot stellt zwar kein Allheilmittel gegen Missbrauch dar und ersetzt auch nicht das Erlernen eines verantwortungsvollen Umgangs mit neuen Medien, es kann aber durchaus ein sinnvoller Baustein zur Bewusstseinsschärfung unter Kindern und Jugendlichen sein.