Schüleraustausch heißt interkulturelle Verständigung und Mut zum Entdecken

Der Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustaschorganisationen AJA und seine Mitglieder sind überzeugt, dass Jugendaustausch viele Menschen in vielerlei Hinsicht bereichert: nicht nur kurzfristig, sondern als Erfahrung und Bildungsaspekt für das ganze Leben. Ziele des AJA sind, den grenzüberschreitenden Austausch und die interkulturelle Erfahrung zu fördern. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung des Schüleraustauschs und in der Formulierung von Qualitätskriterien.

Der langfristige Schüleraustausch boomt: In den vergangenen Jahren stiegen die Teilnehmerzahlen enorm an. Parallel dazu wuchs die Zahl der Austauschorganisationen. Mit dieser sicherlich erfreulichen Entwicklung entstand jedoch auch eine Unübersichtlichkeit auf dem Sektor der anbietenden Austauschorganisationen.

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Welche Möglichkeit gibt für die Schülergeneration, die nur noch acht Jahre auf das Gymnasium geht?

Bis vor wenigen Jahren war für die meisten Schüler klar, dass sie in der 11. Klasse ins Ausland gehen. Diese Möglichkeit besteht nun oft nicht mehr; die in der 11. und 12. Klasse erbrachten Leistungen sind bereits Bestandteil der Abiturnote. In Absprache mit der Schule kannst du aber auch hier eine Lösung finden. So hast du eventuell die Möglichkeit, lediglich ein halbes Jahr an einer Schule im Ausland zu verbringen. Im Anschluss lässt du dir dann die Noten des zweiten Halbjahres in Deutschland doppelt anrechnen.
Hierzu hat die Kultusministerkonferenz 2006 einen Beschluss erlassen. In einer Pressemitteilung über den Bildungsbericht vom 2.6.2006 heißt es:

Die neu gefasste Vereinbarung sieht unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes von Schülerinnen und Schülern während der Qualifikationsphase, also den letzten vier Schulhalbjahren, vor, um damit die Mobilität der Schülerinnen und Schüler nicht nur innerhalb Deutschlands sondern Europas und der weiteren Welt zu erhöhen.

Die Umsetzung dieser Vereinbarung liegt jedoch in der Hand der einzelnen Bundesländer. Welche Regelungen im jeweiligen Fall gelten würden, ist mit der Schulleitung absprechen.

Mehr zu den verschiedenen Möglichkeiten und der Anerkennung des Auslandsjahres  hier


AJA-Informationsflyer   zur Anerkennung von Auslandsschuljahren in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg


Finanzielle Förderung

Verschiedene Bildungsträger und Stiftungen fördern den Austausch:

1. Das Parlamentarische Patenschafts-Programm:

Bundesweit stehen rund 360 Stipendien für Schülerinnen, Schüler und junge Berufstätige zur Verfügung. Die Bewerbung erfolgt nach Bundestagswahlkreisen. Informationen zum Bewerbungsverfahren bietet die Seite www.bundestag.de/ppp.

2. Förderung durch Wirtschaftsunternehmen und Stiftungen

Stipendienprogramme bei AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.
Stipendienprogramme bei Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU)
Stipendienprogramme bei Experiment e.V.
Stipendienprogramme bei Open Door International e.V.
Stipendienprogramme bei Partnership International e.V.
Stipendienprogramme bei Rotary Jugenddienst Deutschland e.V.

3. Datenbank mit 1500 Fördermöglichkeiten

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Austausch heißt 'zu Gast sein und Gastgeber sein'

Gastfamilien sind der Herzstück aller Austauschprogramme.
Eine Familie, die in Deutschland eine Gastschülerin oder einen Gastschüler aufnimmt, tut dies ehrenamtlich. Sie erhält dafür keine finanzielle Gegenleistung. Die Vermittlung von Schülerinnen und Schülern und Familien vollzieht sich bei den AJA-Organisationen in dem Bewusstsein, dass es sich dabei um den Aufbau interkultureller, zwischenmenschlicher Beziehungen und nicht um touristische Unterbringungsleistungen handelt. Mit dem Gast holt man sich die Welt nach Hause. Der junge Mensch aus dem Ausland wird Familienmitglied auf Zeit, mit allen Rechten und Pflichten. Es ist eine interkulturelle Erfahrung aus gegenseitigem Geben und Nehmen. Das Erleben einer anderen Kultur gibt den Gastgebern und dem Gast die Gelegenheit, eigene Wertvorstellungen zu überdenken und sich der eigenen Identität bewusster zu werden. So kann das Zusammenleben auf Zeit für alle Beteiligten eine Bereicherung werden - und ein wichtiger Beitrag für Frieden und Verständigung.

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